Kaufen war gestern – Kleidertausch ist nicht nur umsonst, sondern auch nachhaltig!

In Zeiten von H&M, Zara und Primark ist es möglich für wenig Geld immer wieder neue Kleidung zu kaufen und alte Sachen einfach wegzuschmeißen. Mit diesem Konsumverhalten unterstützt man zum einen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Fabriken in Ländern wie Bangladesh oder Kambodscha, und schädigt gleichzeitig die Umwelt, da die Herstellung von Kleidung mit vielen umweltschädlichen Prozessen zusammenhängt.

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In Zeiten von H&M, Zara und Primark ist es möglich für wenig Geld immer wieder neue Kleidung zu kaufen und alte Sachen einfach wezuschmeißen. Mit diesem Konsumverhalten unterstützt man zum einen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Fabriken in Ländern wie Bangladesh oder Kambodscha, und schädigt gleichzeitig die Umwelt, da die Herstellung von Kleidung mit vielen umweltschädlichen Prozessen zusammenhängt.

Eine viel bessere Lösung als das Wegschmeißen und Neukaufen von Kleidung ist es gebrauchte Kleidung zu tauschen oder weiterzugeben! In Deutschland ist eines der beliebtesten Portale in Sachen Kleidertausch, die Website kleiderkreisel.de. Hier können Mitglieder untereinander Kleidung tauschen, aber auch für wenig Geld kaufen und verkaufen. So kann man einfach seine ungeliebten Kleidungsstücke oder Fehlkäufe loswerden.

Die Idee lässt sich aber auch privat gut umsetzten. So kann man zum Beispiel im eigenen Freundeskreis oder an der Schule oder Uni eine eigene Kleidertauschparty veranstalten. Der Trend zum nachhaltigen Umgang mit Kleidung durch Verkauf oder Tausch schont die Umwelt und den Geldbeutel.

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Ballon-Horror

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Habt ihr euch schon mal Gedanken über Luftballons gemacht? Genauer gesagt: habt ihr euch schon mal Gedanken darüber gemacht, wie unnötig, überflüssig und vor allem schädlich Luftballons sind?
Dass Plastik nicht gerade umweltfreundlich ist, wissen wir wohl. Das Meer ist voller Plastik, Tiere fressen es in der Annahme, es sei Futter und es wird leider nicht weniger. Die folgende Seite setzt sich dafür ein, über Luftballons aufzuklären. Denn sie sind reines Plastik, und einmal in die Luft entlassen, finden sie sich wahrscheinlich nach einiger Zeit im Magen eines Tieres wieder. Und ganz ehrlich, können wir nicht auf diese dreißig Sekunden Freude verzichten, die uns ein Luftballon schenkt? Eine Wolke tut es vielleicht auch?

http://balloonsblow.org/

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Kinofilm “My Stuff” – Was braucht man wirklich zum Leben und glücklich sein?

Der finnische Filmemacher Petri Luukkainen hat ein Selbstversuch gewagt, um herauszufinden welche Dinge er wirklich braucht und ob materielle Dinge ihn glücklicher machen können. Er verstaut sein gesamtes Hab und Gut für ein Jahr in einem Lagerraum. Die Regeln sind einfach: Pro Tag einen Gegenstand aus dem Depot holen und das ganze Jahr nichts Neues kaufen bis auf Lebensmittel.

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Das Experiment beginnt mit einem nächtlichen Sprint zum Lagerraum quer durch Helsinki, splitterfasernackt. Angekommen muss Petri sich für den ersten Gegenstand entscheiden. Die Wahl fällt auf einen Mantel, der als Kleidungsstück und auch als Schlafsack dient.Es folgen andere elementare Dinge: Schuhe, Hemd, Hose und nach einer Woche endlich eine Matratze. “Heute Nacht ist so viel Liebe in meinem Bett wie nie zuvor”, bemerkt Luukkainen bevor er das erste mal seit Beginn des Experiments nicht auf dem Boden schlafen muss.

Luukkainen merkt schnell, dass man zum Leben nicht viel braucht. Viele Dinge werden mit ein bisschen Improvisation schnell ersetzt. Die Fensterbank dient als Kühlschrank, der Finger als Zahnbürste. An einigen Tagen verzichtet er sogar darauf, Dinge aus dem Lagerraum zu holen.

Luukkainen zelebriert seinen radikalen Konsumverzicht nicht als bitterernstes Experiment, sonder regt auf eine humorvolle, berührende Weise zum Nachdenken an. In unserer heutigen “Konsumgesellschaft” denken wir oft, dass materielle Dinge uns glücklicher machen können. Wir meinen, dass dieses oder jenes Ding uns noch zum Glück fehlt. My Stuff ruft einem nochmal ins Gewissen, was uns eigentlich schon klar ist, es sind nicht die materiellen Dinge, die unser Leben lebenswert machen.

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Entgleisung – Das Manipulieren von Diskussionen

Mir fällt immer öfter auf, dass Diskutieren fast unmöglich ist. In persönlichen Gesprächen als auch in Internetforen und Sozialen Medien: erzählt jemand etwas, kommt ein anderer oder eine andere daher mit einem Gegenbeispiel, dass letztendlich gar nichts mit der Sache an sich zu tun hat. Es ist wohl immer einfacher mit „aber der/die hat doch auch nicht…“, „aber die mögen doch auch keine Christen…“ (ein beliebtes Argument in der „Flüchtlingsfrage“). Ich frage mich schon die ganze Zeit: hat das Gegenüber keine Argumente, um über den eigentlichen Punkt zu sprechen? Oder vielleicht würde das ja auch zu viel Offenheit und Willen zum Austausch erfordern? Vielleicht ist es auch einfach nur anstrengend?
Was das ist eigentlich ist, diese Entgleisung, lässt sich in den folgenden zwei Artikeln ganz gut nachvollziehen, das Ganze nennt sich „Derailing“:

http://t3n.de/news/derailing-im-netz-636526/

Der Blog von Johnny Häusler, der im Artikel erwähnt ist:

http://www.spreeblick.com/blog/2015/08/27/derailing-in-kommentaren/#more-57969

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Coffee to go

Nach dem Essen ein schneller Espresso, nach dem Aufstehen ein starker Kaffee zum Wachwerden, im Café mit Freunden die Sonne genießen und dazu ein Latte Macchiato….

Ich könnte noch unzählige weitere Gelegenheiten aufzählen, wie sich Kaffee mittlerweile in unsere Tagesabläufe integriert hat. Durchschnittlich 162 Liter (Quelle: Deutscher Kaffeeverband) des „schwarzen Goldes“ haben Deutsche im Jahr 2014 konsumiert, im Vergleich zu Heil- und Mineralwasser (143,5 Liter) und Bier (107 Liter), eine durchaus beeindruckende Zahl. Kaffee hat sich zum Lieblingsgetränk der Deutschen gemausert und das Trinken von einfachem Filterkaffee ist heute noch so angesagt wie ein Tamagotchi in der Hosentasche. Spezialitätenkaffee, der 100-prozentigen Arabica und Latte Macchiato mit Karamellschaum weit übertrifft, oder die Möglichkeit individueller Brühverfahren für die Café-Besucher*innen, stehen heutzutage am oberen Ende der Nahrungskette in der Café-Szene. Alleine in Berlin gibt es mittlerweile ca. zehn Cafés (Stand: 09/2013), die Bohnen aus besonderen Anbaugebieten auf ihrer Karte beherbergen, mit kleinen Röstereien als Partnern arbeiten und Espresso aus der Siebenträgermaschinen anbieten- Tendenz steigend.
Die „Third Wave“, die dritte Welle des Kaffeetrinkens, ist in Deutschland komplett angekommen und aus dem einstigen Wachmacher ist ein kulinarischer Fetisch geworden. Vermeintliche Gesundheitsrisiken, wie:

– Kaffee verursacht Krebs!
– Kaffee geht aufs Herz!
– Kaffee ist eine Droge!
– Kaffee macht nervös!

werden von der Generation urbaner Kaffeetrinker nicht mehr beachtet und Kaffee wird mittlerweile nicht mehr als Handelsware oder einfaches Lebensmittel, sondern als ein komplexes Genussmittel, wie z.B. ein guter Wein, angesehen.

Alexander Dreher  / pixelio.de

Alexander Dreher / pixelio.de

Dass diese Genussmittel angemessen verzehrt werden müssen, das versteht sich wohl von selbst und in den Kaffeehäusern, in denen früher diskutiert wurde oder Luftschlösser für Revolutionen erbaut wurden, herrscht in der heutigen Zeit eine andere Kultur. Boris Pofalla beschrieb diese in seinem Artikel Die Kaffeehauskultur ist tot wie folgt:

„Zunächst wird der frisch gemahlene Kaffee digital aufs Gramm abgewogen. Leicht gebeugt und mit mönchshaft kreisenden Bewegungen gießt der Barista das 97 Grad heiße Wasser durch einen Filter, der zuvor mit heißem Wasser ausgewaschen wurde. Anschließend rührt er um und hält dann inne, für eine Zeitspanne, die ihm die Uhr vorgibt. Wer der Zeremonie nicht selbst beiwohnen mag, wartet, bis der eigene Vorname aufgerufen wird, nimmt das flüssige Kunstwerk entgegen und wird dabei aus weichen Hipsteraugen angesehen, als hätte man gerade etwas Selbstgebasteltes geschenkt bekommen. Der Barista – meist bärtig, tätowiert und im Karohemd – rät dazu, das Gebräu erst noch ein wenig abkühlen zu lassen, um den Geschmack besser wahrnehmen zu können.
Und so sitzt man auf einem unbequemen Holzschemel vor einer erkaltenden, säuerlichen Tasse Kaffee, schnuppert nach Hibiskusnoten und fragt sich, wie zum Teufel es so weit hatte kommen können?“

Deutschland hat es geschafft und die langersehnte Kaffeekultur aus südlichen Teilen unseres Kontinents löste endlich das biedere Filterkaffee-Dasein hierzulande ab. Deutschland, das Mekka des Kaffee-Konsums.

Dass wir an diesem Punkt noch nicht am Ende der Geschichte über Kaffee angekommen sind und es- wie fast immer- auch eine andere Seite der Medaille gibt, das habt ihr konsumwandler*innen euch wahrscheinlich schon gedacht. Ich möchte heute ein Thema aufgreifen, das sich in den letzten Tagen medial als sehr präsent darstellte und sich für diesen Blog als sehr problematisch erweist: Die Wegwerfkultur von Coffee-to-go-Bechern.

Zunächst einmal eine Zahl: 320.000- in Worten: Dreihundertzwanzigtausend. Das ist die Anzahl an Kaffeebechern, die laut Angaben der Deutschen Umwelthilfe bundesweit jede Stunde im Müll landet. Hochgerechnet auf 24 Stunden, wären das über sieben Millionen Kaffeebecher. Dass diese Rechnung aufgrund von unterschiedlichem Kaffeekonsum an den verschiedenen Tageszeiten nicht aufgeht, ist mir natürlich bewusst, aber eine Zahl von drei bis vier Millionen Bechern finde ich auch schon sehr erschreckend.
Insgesamt landen wir in Deutschland bei ca. 2,8 Milliarden verbrauchten Coffee-to-go-Bechern jährlich, alleine in Berlin sorgen 170 Millionen Einwegbecher für 2.400 Tonnen Müll. Wenn man diese ganze Menge aufeinanderstellen würde, dann kämen wir zu einer Menge an Einwegbechern, die die Erde mehr als siebenmal umrunden könnte. Weiterhin werden zur Herstellung der Becher 64.000 Tonnen Holz, 1,5 Milliarden Liter Wasser, 11.000 Tonnen Kunststoff und eine Energiemenge notwendig, mit der sich eine Kleinstadt ein Jahr lang versorgen ließe (Jürgen Resch/ DUH-Bundesgeschäftsführer).

P. Storz  / pixelio.de

P. Storz / pixelio.de

Die Umweltbehörde nennt die Coffee-to-go-Becher mittlerweile „Kunststoffbeschichtete Zombies“ und wir können uns auf jahrzehntelange Umweltbelastungen durch Becher, die nicht in die Mülltonne, sondern in Parks, Seen oder Flüssen landen, einstellen. Aus Sicht eines/einer konsumwandler*in kann diese Tatsache jedoch nicht einfach so hingenommen werden und es sollte langsam ein Weg gefunden werden, wie Problemen dieser Art begegnet werden sollte.

Als Autor dieses Blogs, der eine subjektive Meinung vertritt, finde ich die Vorschläge der Deutschen Umwelthilfe sehr lobenswert, da mit einem Pfandmodell von Recycling-Bechern gearbeitet wird, das eine Abgabe in Höhe von 20 Cent beinhaltet und diese Einnahmen anschließend in Umweltprojekte investiert. Dies fördert ein Mehrwegsystem mit Pfand für große Kaffeehausketten und es werden Plastikbecher geschaffen, die durchaus über 100 Mal verwendet werden können. So wird ein Pfandsystem geschaffen, das ähnlich dem Mehrwegflaschensystem in Deutschland arbeitet und somit ein einheitliches System für Becherrückgaben geschaffen werden würde. Welches Material für die Verpackung genutzt wird, ist in diesem Zusammenhang nicht ganz so wichtig, da selbst PET-Becher gegenüber den Einwegbechern klare ökologische Vorteile aufweisen. Einzig die Wegbewegung vom Einwegsystem sollte durch diese Maßnahmen vonstattengehen und ich bin guter Hoffnung, dass ein einheitliches Pfandsystem der erste Schritt in die richtige, ökologische Richtung darstellen würde.

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Ein Besuch auf dem Ökohof Brodowin – Bio live erleben

Anderthalb Auto- oder Zugstunden nordöstlich von Berlin entfernt, liegt der Landwirtschaftsbetrieb Ökodorf Brodowin. Der Hof ist ein anerkannter Demonstrationsbetrieb, auf dem man die Herkunft von Demeter Produkten Schritt für Schritt nachvollziehen kann. Demeter ist ein Biomarkenzeichen, welches biologisch-dynamisch erzeugte Produkte ausweist. Um uns einen eigenen Eindruck zu verschaffen, haben wir uns an einem schönen Sommersamstag auf den Weg nach Brodowin gemacht.

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Die leckeren Brodowiner Milchprodukte kannten wir bisher nur aus dem Kühlregal im Berliner Biomarkt und hatten keine richtige Vorstellung davon, wo die Produkte eigentlich herkommen und wie sie erzeugt werden. Bei einer Hofführung in Brodowin, konnten wir sehen wie die Ziegen, Kühe und Hühner leben und wie die Milch in die Flasche kommt.

Nach einer kurzen Einführung ging es in den Stall zu den Jungkühen. Die sogenannten Färsen leben in einem weitläufigen Stall mit Sonneneinstrahlung. Da Brodowin ein Demeterbetrieb ist, werden die Kühe nicht wie bei den meisten konventionellen Biohöfen enthornt. Der Gedanke hinter dem Enthornen liegt darin, die Verletzungsgefahr der anderen Kühe zu verringern und dadurch gleichzeitig mehr Kühe in einem Gehege halten zu können. Die Hörner sind jedoch Stoffwechselorgane der Kühe und ganz natürlicher Bestandteil des Körpers, was man an der Wärme der Hörner merkt.

Neben dem Jungkuhstall leben die Kälber in kleinen Kalbboxen, in denen sie in ihren ersten Lebenswochen vor Infektionen geschützt werden. Die Boxen schützen die Kälber vor Sonne, Wind und Regen und werden regelmäßig an anderen Plätzen aufgestellt, um den Boden nicht zu belasten und hygienisch zu halten.

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Die ausgewachsenen Kühe können sich frei zwischen Stall und Wiese bewegen und werden täglich gemolken. Die Milch wird dann in der hofeigenen Schaumolkerei verarbeitet. Die Molkerei ist an einer Seite mit einer Glasfront versehen, so dass jede*r Besucher*in einen Einblick in die Verarbeitung gewinnen kann. So konnten wir zum Beispiel erfahren, dass die Brodowiner Milch nicht homogenisiert, sondern naturbelassen verkauft wird.

Beim letzten Stop besuchten wir die über 200 Milchziegen in ihrem Stall mit angrenzender Weide. Zugegeben, es schlägt einem ein ordentlicher Geruch entgegen in den Ziegenställen, aber die Tiere waren sehr zutraulich und besonders die Zicklein haben es uns angetan. Neugierig haben sie die Besucher begutachtet und wir wurden ausführlich über Futterzusammensetzungen (mit Kostprobe!), Milch-Gewinnung und generelle Haltung aufgeklärt.

Nach der Führung haben wir uns im Hofladen mit Suppe, Käse, Milch und Kuchen aus eigener Herstellung eingedeckt und auf der Hofwiese gepicknickt.

Hofführungen finden im Sommer jeden Samstag statt und können ohne Voranmeldung für 3 Euro pro Person mitgemacht werden. Einen Ausflug nach Brodowin kann man gut mit einem Besuch des Klosters Chorin, einer Kanufahrt in Oderberg oder einem Badestopp am Parsteiner Klarwassersee verbinden.
Es werden auch spezielle Führungen für Kinder- und Jugendgruppen angeboten. Wir können den Ausflug bestens empfehlen, weil es eine Chance bietet, „einen Blick hinter sein Essen“ zu werfen.

Brodowin ist ein Demeter Betrieb; das heißt, dass die Produkte in einer biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise hergestellt werden. Im Gegensatz zu konventionellen Bioprodukten, werden bei Demeterprodukte zum Beispiel nur selbst hergestellte Dünge- und Futtermittel verwendet.

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Fußball-Weltmeisterschaften und Konsum- Hat das etwas miteinander zu tun?

Um es vorwegzunehmen: Die Frage kann mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden. Wie ich darauf komme? Bedient einfach einmal Google und schaut Euch die Headlines an, die zu den Begriffen „Fußball“ und „Konsum“ aufploppen:

  „Neue Konsum-Zahlen: Fußball-WM lässt Deutsche shoppen.“ (BILD);

„Fußball-WM und Sommerwetter treiben Konsum an.“ (Handelsblatt);

 „Wirtschaft setzt auf Impulse für Konsum dank Fußball-WM.“ (Reuters)

Dass hier ein Zusammenhang bestehen muss, das lässt sich nicht von der Hand weisen und ich möchte mich mit Euch anhand des Beispiels Fußball-Weltmeisterschaften 2006 in Deutschland auf die Suche machen, wo die Schnittstellen zwischen Konsum und Fußball liegen. Zunächst aber eine kleine Rückschau:

Der Sommer 2006 wird für viele Deutsche wohl immer in Erinnerung bleiben. Wer erinnert sich nicht gerne an die Gänsehaut-Momente, die uns „Klinsis Jungs“ während der WM 2006 im eigenen Land bescherten und den Fußball zu einem Multiplikator für eine kollektiv-positive Stimmung im eigenen Land machten? Public-Viewing, sommerliche Temperaturen und eine bisher nicht bekannte deutsche Ausgelassenheit- Dieses Bild prägte die Weltmeisterschaften 2006 und füllte das Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“ mit Leben. Noch bis zum heutigen Tag schwelgt so manche*r Deutsche*r in Erinnerungen an die vermeintlich-heroischen Taten der Poldis, Schweinis und Kloses oder denkt zurück an die Bilder von ca. einer Millionen jubelnder Menschen vor dem Brandenburger Tor in der Bundeshauptstadt Berlin. Ein Mythos um die Nationalmannschaft wurde in diesem Sommer geschaffen und ließ die WM im eigenen Land zu einem vollen Erfolg werden- egal auf welcher Ebene.

Bild: Florian_Diekmann/Jugendfotos.de

Florian_Diekmann/Jugendfotos.de

Egal auf welcher Ebene? Auf diese Frage sollten wir doch ein bisschen näher eingehen. Zunächst ein Blick auf die nackten Zahlen aus dem Abschlussbericht der Bundesregierung zur WM 2006:

Tourismuswirtschaft und Gastgewerbe: +29 Prozent

Luftfahrtbranche: +52 Prozent

Sicherheitswirtschaft: +29 Prozent

Ernährungsindustrie: +24 Prozent

Medien- und Filmwirtschaft: +25 Prozent

Werbedienstleitser*innen: +18 Prozent

Weiterhin konnten lt. der Bundesregierung die Hälfte der Unternehmen positive Geschäfts-impulse durch den Imagegewinn Deutschlands verzeichnen und ein Wachstumseffekt auf das Bruttoinlandsprodukt von 0,3 Prozentpunkten verzeichnet werden. Die Schaffung von mehr als 50.000 Arbeitsplätzen- viele zwar nur mit temporären Bestand- rundete das positive Bild des deutschen Mega-Events ab. Friede, Freude, Eierkuchen- doch da muss es doch einen Haken geben.

Wo ist der Haken?

Diese Frage stellt sich aus Sicht eines/einer konsumwandler*in eigentlich nicht, da viele Bereiche aus dem Abschlussbericht der Bundesregierung zu den Fußball-Weltmeisterschaften die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit betreffen. Insbesondere die Zahlen der Luftfahrtbranche treiben allen konsumwandler*innen Sorgenfalten auf die Stirn, da die erhöhte Menge an Kohlendioxid-Mehrausstoß eine Begünstigung des Treibhauseffekts und Nahrung für den Fortschritt des Klimawandels bedeutet. Natürlich steht der Weltmeisterschafts-Tourismus in Abhängigkeit mit dem Erfolg eines Events dieser Größe, die Folgen und die Umweltverschmutzung stehen jedoch in keiner Relation zu wirtschaftlichem Erfolg, da dieser sich als reparabel darstellt, die Folgen für die Umwelt jedoch nicht. Ein kurzer Ausblick auf die nächsten Fußball-Weltmeisterschaften, 2018 in Russland, lassen keine Besserung bzw. eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes vermuten, da die Spielorte teilweise 2.500 Kilometer (St. Petersburg nach Sotschi) entfernt voneinander liegen und somit ein Transfer mittels Flugzeugen unumgänglich gemacht wird.

Als ein weiterer großer Gewinner der Fußball-Weltmeisterschaften 2006 wurde von der Bundesregierung die Ernährungsindustrie mit einem Umsatzplus von 24 Prozent genannt. Auch hier sollten konsumwandler*innen hellhörig werden und sich vor Augen führen, was dieses Zahlen an erhöhter Müllproduktion bedeuten. Insbesondere die Erhöhung der Verpackungsproduktion und der damit einhergehende Anstieg des Plastikmülls, steht in keiner Relation zu nachhaltiger Lebensweise in Deutschland. Natürlich erinnern wir uns gerne an die freudigen Menschenmassen, die sich auf der Fanmeile in Berlin feiernd in den Armen lagen. Wie groß sich die Masse an Müll darstellte, die eine Millionen Menschen während dieses Spektakels produzierten, diese Tatsache wird in der Berichterstattung jedoch niemals Erwähnung finden. Vielmehr wird der Fokus weiterhin auf sinnvollem Product-Placement und neuen Marketing-Strategien liegen. Das Plus von 18 Prozent im Bereich der Werbedienstleister*innen im WM-Jahr 2006 unterstreicht diese Annahme nur zu deutlich und wundert nach diesen Darstellungen nicht.

 Hody/Jugendfotos.de

Hody/Jugendfotos.de

 

Was bleibt?

Fußball-Weltmeisterschaften und Konsum- wie hängt das zusammen? Ich hoffe, ich konnte euch diese Frage ein wenig beantworten und mit Hilfe des Beispiels der Weltmeisterschaften 2006 den Zusammenhang erklären. Es gibt viele Ansatzpunkte, die ich gerne ändern würde, mir ist jedoch auch klar, dass es bei Menschenansammlungen in dieser Größenordnung immer zu einer Mehrbelastung für die Umwelt kommen wird. Ich würde mir jedoch wünschen, dass Events mit der Strahlkraft einer Fußball-Weltmeisterschaft dafür genutzt werden, um eine Sensibilisierung bei den Zuschauer_innen herbeizuführen und somit Botschaften zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit über eine breite Plattform weltweit zu verbreiten. Fußball ist der beliebteste Sport der Welt und die Weltmeisterschaften sind das Event mit den meisten Zuschauer*innen weltweit. Bitte nutzt die Strahlkraft des Fußballs für ein nachhaltiges Leben, damit auch die nachfolgenden Generationen in der Zukunft noch schöne Fußballfeste erleben dürfen, so wie wir, bei der WM 2006 in Deutschland.

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Haben oder nicht haben?

Das erste konsumwandeln-Video hat inzwischen schon ein paar Monate auf dem Buckel, anschauen lohnt sich aber immer noch unbedingt! Es verschafft einen schönen Einblick, wie Menschen über Besitz und Konsum denken. 

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